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Verfasst am 30.07.2026 um 09:06 Uhr

Schmetterlingsflieder

Zwar lockt der Schmetterlingsflieder mit seinem Duft zahlreiche Schmetterlinge und Insekten an, ganz unumstritten ist er aber nicht. Denn der Strauch ist ein Neophyt, der durch sein großes Ausbreitungspotential heimische Pflanzen verdrängen kann. 

Der Schmetterlingsflieder ist ein sommergrüner Strauch. Seine Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Ihre Länge kann bis zu 25 cm betragen, die Breite beläuft sich auf bis zu 7 cm. Sie sind schmal-lanzettlich geformt und schwach gezähnt. Auf der Oberseite sind sie dunkelgrün gefärbt, die Unterseite ist graufilzig. Außer den Laubblättern bildet der Schmetterlingsflieder auch Nebenblätter, die meist kreis- bis eiförmig sind. Ihr Durchmesser beträgt für gewöhnlich 1 mm bis 6 mm.

Typisch für die Pflanzenart sind die vierkantigen Zweige, deren Rinde eine filzige Behaarung aufweist.

Sehr auffällig sind die endständigen, aufrechten und dichten Blütenstände. Sie sind schmalkegelig und können 4 cm bis 30 cm lang werden, ihr Durchmesser beträgt 2 cm bis 5 cm. In diesen Blütenständen befinden sich viele kleine violette, rosafarbene oder selten weiße Blüten. Sie verströmen einen Duft nach Honig, der auf Schmetterlinge und andere Insekten anziehend wirkt.

Die Wuchshöhe des Schmetterlingsflieders kann 0,5 m bis 5 m betragen. Zu finden ist der Schmetterlingsflieder in Gärten und Parks. Außerdem ist er beispielsweise auf Ruderalflächen zu finden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kann man den Schmetterlingsflieder ganzjährig beobachten, allerdings trägt er im Winter kein Laub. Etwa ab März bis in den Herbst ist diese Pflanzenart grün, die Blütezeit beginnt im Juni und dauert bis in den September. 

Ursprünglich stammt der Schmetterlingsflieder aus China und Tibet. Er ist als Zierpflanze nach Europa gebracht worden und hat sich hier auch in freier Natur etablieren können, weil ihm das Klima zusagt. Durch seine rasche Ausbreitung trägt er dazu bei, die Artenvielfalt zu reduzieren, indem er andere Pflanzen verdrängt.

Der volkstümliche Name dieser Art spiegelt ihre große Bedeutung für Schmetterlinge bereits wider. Als Nektarquelle, die noch dazu im Hoch- und Spätsommer verfügbar ist, wenn nicht mehr viele andere Pflanzenarten blühen, wird der Schmetterlingsflieder von zahlreichen Faltern angeflogen. Auf ihm findet man unter anderem den Admiral (Vanessa atalanta), den C-Falter (Polygonia c-album), den Distelfalter (Vanessa cardui), das Tagpfauenauge (Aglais io) und den Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni).

Aufgrund seiner starken Ausbreitungstendenz, sollte man jedoch darauf verzichten, Schmetterlingsflieder anzupflanzen und lieber auf heimische Arten zurückgreifen. So blühen beispielsweise Blutweiderich (Lythrum salicaria), Echter Baldrian (Valeriana officinalis) oder Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum) etwa zur gleichen Zeit. Diese Pflanzen besitzen den Vorteil, dass sie nicht nur Nektar für die Falter bieten, sondern auch von den Raupen als Futterpflanzen genutzt werden können, während der Sommerflieder als Raupenfutterpflanze keine nennenswerte Rolle spielt.

Weitere gebräuchliche Namen dieser Pflanzenart lauten Sommerflieder, Gewöhnlicher Sommerflieder und Schmetterlingsstrauch.

Verwandtschaft: Familie Rachenblütler (Scrophulariaceae); Ordnung Lippenblütlerartige (Lamiales)